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Karl Schwanzer
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Karl Schwanzer

1918 geboren am 21. Mai in Wien
Studium an der Technischen Hochschule Wien
1940 Diplom
1941 Dr.techn.
seit 1947 freischaffender Architekt in Wien
1947-1951 Assistent an der Akademie für angewandte Kunst Wien
1954 Josef-Hoffmann-Ehrung der Wiener Secession
1958 Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
Grand Prix für Architektur auf der Weltausstellung Brüssel
Chevalier de l?Ordre de Léopold, Belgien
1959 Preis der Stadt Wien für Architektur
Berufung als ordentlicher Professor an die Technische Hochschule Wien
Vorstand des Institutes für Gebäudelehre und Entwerfen 5
1963 Honorary Corresponding Member of the RIBA (Royal Institute of British Architects)
1964-1965 Gastprofessor an der Technischen Hochschule Darmstadt
1965 Officier du Mérite Touristique, Frankreich
1965-1966 Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen Hochschule Wien
1966 Gastprofessor an der Technischen Hochschule Budapest
Gründung eines Ateliers in München
Honorary Fellow of the AIA (American Institute of Architects)
1969 Korrespondierendes Ehrenmitglied des BDA (Bund Deutscher Architekten)
Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
1972 Gastvorlesungen an der University of Riyad, Saudi Arabien
1973 Gastvorlesungen an den Hochschulen in Darmstadt und Budapest
BDA-Preis Bayern
1974 Architekturpreis Beton des Bundesverbandes der Deutschen Zementindustrie
1975 gestorben am 20. August in Wien
Großer Österreichischer Staatspreis (posthum)
 

Karl Schwanzer ist einer der bedeutendsten Architekten Österreichs. Er war weltweit tätig.
Als Professor an der Technischen Universität Wien hat er über eineinhalb Jahrzehnte eine Vielzahl von heute international anerkannten Architekten ausgebildet. Darüber hinaus war er Möbel- und Objektdesigner und gründete das Österreichische Institut für Formgebung.

Zu seinen wichtigsten Bauten zählen der Österreich-Pavillon in Brüssel 1958, die Erweiterung der Kapuzinergruft, Wien, das Museum des 20. Jahrhunderts Wien, das Philips Verwaltungsgebäude Wien, die Wirtschaftsförderungsinstitute in Wien und St. Pölten, die Pfarrkirchen Pötzleinsdorf und Leopoldau, der Österreich-Pavillon auf der Weltausstellung Montreal 1967, die Bauten für BMW (Verwaltungsgebäude, Museum und Parkhaus) in München, die Österreichische Botschaft in Brasilia sowie der Masterplan für die University of Riyad, Saudi Arabien.

Neben unzähligen Veröffentlichungen seiner Bauten geben vor allem die beiden Bücher Karl Schwanzer ? Architektur aus Leidenschaft (1974), und Entscheidung zur Form - Monografie eines Baues (1973) sowie der Katalog zur Ausstellung anlässlich der Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises ordnen planen gestalten formen bauen (1978) einen Einblick in sein umfangreiches Schaffen.

 

KARL SCHWANZER

Wir alle haben Augen, die sehen und Empfindungen auslösen, die Gestalten erfassen und ihren Informationsgehalt zu begreifen versuchen. Wenn längst die ursprüngliche Nutzung eines schönen Baues untauglich geworden ist und sich überholt hat, steht das Gebäude noch immer da und erfreut uns.

Der Architekt versucht den Geist der Ordnung und den Sinn der Zusammenhänge in seinen Planungen zu verwirklichen. Die Durchbildung der Form ist keine Schöpfung des Geistes allein. Der Architekt muß die Fähigkeiten besitzen, elementar zu denken und zu gestalten. Alle Materialien stehen ihm zur Verfügung. Frei kann er über ihre Anwendung entscheiden.

Architektur ist plastisch, sie hat Form, ist Form, mit der Form teilen wir uns mit, genauso wie durch Farbe, Düfte, Töne, Strahlungen und das rätselhafte Fühlen von Sympathie.

Architektur erzeugt Stimmungen.
Die Architekten besitzen damit ein Instrument, Menschen glücklich zu machen. Ob ein Haus gemütlich, wohnlich ist, ein Gebäude strahlend, einladend, eine Stadt schön (dadurch lebenswert und anziehend), liegt in den Händen der Architekten.
Die Architektur ist materialisierte Poesie.

Fragmente (aus: Architektur aus Leidenschaft, modul Verlag Wien-München 1974)