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Margarete Schütte-Lihotzky |
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Margarete Schütte-Lihotzky |
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Biographie |
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geboren am 23. Jänner 1897 in Wien gestorben am 18. Jänner 2000 ebenda Der Vater war österreichischer Staatsbeamter, nach dem Ersten Weltkrieg musste er in Pension gehen und verdiente dann als Vertreter sein Geld. Er war ein sehr musikalischer Mensch und wollte ursprünglich Musiker werden. Die Mutter stammt aus derselben norddeutschen Familie wie der Kunsthistoriker Wilhelm Bode (Bode-Museum in Berlin). Sie war Hausfrau und arbeitete in verschiedenen Frauenorganisationen (Bekanntschaft mit Bertha von Suttner), während des Krieges beim Roten Kreuz und danach beim Jugendgericht. Beide Elternteile sterben an Tuberkulose (1923 bzw. 1924), an der auch MSL erkrankte. (Während ihres Aufenthalts in der Lungenheilstätte Grimmenstein 1924-1925 entwickelt sie das Projekt einer ?Tuberkulosenheilstätte?, das 1925 bei der Hygieneausstellung im Wiener Messepalast gezeigt wird.) Nach privatem Zeichenunterricht besucht sie die K. K. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt. |
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| 1915 - 1919 | studiert sie an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad (Allgemeine Abteilung und Architektur) und Heinrich Tessenow (Baukonstruktionslehre). Grete Lihotzky war die erste Frau, die das Architekturstudium abschloss und den Beruf als Architektin auch ausübte, sie kann als "Österreichs erste Architektin" bezeichnet werden. |
| 1919 | fährt sie für ein halbes Jahr mit einer Gruppe von Wiener Kindern nach Rotterdam, die dort zu einem Erholungsaufenthalt eingeladen sind. Vormittags unterrichtet sie die Kinder, nachmittags arbeitet sie in Büro von Architekt Vermeer. |
| 1920 - 1926 | Sie erhält einen Preis bei einem Wettbewerb für eine Schrebergartenanlage, woraus sich im weiteren ihre Mitarbeit in der Wiener Siedlungsgenossenschaft, u.a. mit Adolf Loos, ergibt. Mitarbeit im Büro des Architekten Ernst Egli. Sie gehört der Gruppe von 8 Architekten an, die 1924 den Auftrag zur Planung eines großen Volkswohnhauses (Winarskyhof) erhält. Sie entwickelt "das vorgebaute raumangepasste Möbel". |
| 1926 - 1930 |
Von Ernst May ans Hochbauamt der Stadt Frankfurt am Main berufen.
Entwicklung der "Frankfurter Küche". Planung von Schulküchen und Kindergärten.
Intensive Vortrags- und Publikationstätigkeit zu den Schwerpunkten ihrer Entwurfsthemen.
1927 Heirat mit ihrem Architektenkollegen Wilhelm Schütte. Auf Einladung von Josef Frank plant sie zwei Einfamilienhäuser für die Wiener Werkbundsiedlung. |
| 1930 - 1937 | Als Mitglied der Gruppe May für die Planung der neuen Städte nach Moskau berufen. Sie leitet die Abteilung für Kinderanstalten. Auf der Weltausstellung 1933 in Chicago werden Pläne und Fotos ihrer Arbeiten ausgestellt. Längere Reisen nach Japan und China. Erstellung von Richtlinien für den Bau von Kindergärten für das chinesische Unterrichtsministerium. |
| 1937 - 1940 | Nach einem längeren Aufenthalt in Paris und einer kurzen Reise nach London lässt sich das Ehepaar schließlich in Istanbul nieder, wo sie an der "Academie des Beaux Arts" Arbeit finden. Bekanntschaft mit Herbert Eichholzer, der eine österreichische antifaschistische Widerstandsgruppe in der Türkei aufbaut. |
| 1940 - 1945 | Sie fährt nach Wien, um für die Verbindung des österreichischen Widerstands mit dem Ausland zu sorgen, wird von der Gestapo verhaftet und vom Berliner Volksgerichtshof nach Beantragung des Todesurteils zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. |
| 1945 - 1951 |
Befreiung aus dem bayerischen Zuchthaus Aichach. Längerer Aufenthalt in Bulgarien, Aufbau einer Abteilung für Kindereinrichtungen am Stadtbauamt Sofia. Rückkehr nach Wien. Erste Präsidentin des Bundes Demokratischer Frauen Österreichs, Teilnahme an zahlreichen Kongressen. Planung und Ausführung des "Kärntner Volksverlages" mit Fritz Weber, eines Wohnhauses der Gemeinde Wien mit Wilhelm Schütte und eines Kindergartens am Kapaunplatz, Wien. Gestaltung dreier Denkmäler für Widerstandskämpfer. Gestaltung verschiedener Festdekorationen für die Volksstimmefeste, den Weltfriedensrat, Pfingstjugendtreffen und Weltjugendfestspiele. Trennung von ihrem Mann Wilhelm Schütte. |
| 1952 - 1966 |
Mitarbeit bei der Planung des Verlagsgebäudes "Globus" in Wien. Längere Studienreisen nach China und Kuba. Entwurfslehre für Kinderanstalten für das kubanische Erziehungsministerium. Planung und Ausführung des Kindertagesheimes in der Rinnböckstraße für die Gemeinde Wien. Längerer Aufenthalt an der Bauakademie in Ost-Berlin, wo sie eine Forschungsarbeit über Kinderanstalten für die DDR erstellt. Das für Österreich bearbeitete "Baukastensystem für Kindertagesheime" wird trotz mehrmaligen Vorschlags nicht verwirklicht. |
| 1967 - 1985 |
Planung und Bezug ihrer eigenen Wohnung in Wien-Margareten. Ihre autobiographischen "Erinnerungen aus dem Widerstand" erscheinen im Hamburger Konkret-Verlag. |
| 1986 - 1999 |
Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften. Ein originalgetreuer Nachbau der "Frankfurter Küche&qout; wird für das Wiener MAK angefertigt und ausgestellt. Große Werkschau im MAK: "Margarete Schütte-Lihotzky: Soziale Architektur ? Zeitzeugin eines Jahrhunderts". Ausstellung im Polytechnikum Mailand. Großes mediales Aufsehen um ihren 100. Geburtstag, in Radstadt, ihrer Sommerresidenz, wird ein Platz nach ihr benannt. |
| 2000 | Am 18.1. stirbt Margarete Schütte-Lihotzky in Wien. |
| Ausführlicher Lebenslauf im Buch | |